Donnerstag, 14. Dezember 2017

Bin ich selbstsüchtig?

Letzte Woche am 4. Dezember hatte ich Geburtstag. Diesen habe ich ganz still mit drei liebsten Freundinnen verbracht. Wir sind mit dem Zug nach München gefahren und waren auf verschiedenen Weihnachtsmärkten und dem Toolwood Winterfestival. Es war toll, wirklich wunderbar. Genau so wie ich es mir vorgestellt hatte. Gute Gespräche mit einzigartigen Frauen, genug Zeit zum Schlendern und Bummeln und Schauen. Einfach so ganz nach meinem Geschmack.
Als ich den Plan meiner diesjährigen Geburtstagsfeier vor einigen Wochen meiner Familie mitteilte, fanden das alle, bis auf unseren Großen, schrecklich. Die Kinder haben gemotzt das es keinen Kuchen gibt und lecker Essen, das keine Gäste kommen und das für sie ja dann ein ganz normaler Schultag sein wird. Der Mann war etwas enttäuscht, weil er meinen Tag nicht mit mir verbringen kann (er musste ja schließlich die Kinder hüten).
Doch ich hatte wirklich einmal Sehnsucht nach "Nicht Familien Zeit". Sohn Nummer Zwei und Drei liefern sich zur Zeit anstrengende Rangkämpfe, manchmal kommt es mir so vor als würde der Eine den Anderen umbringen wenn ich nicht einschreite. Im Moment sind unheimlich viele Termine: Weihnachtsfeiern, Vorspielen, Konzerte, Elternabende. Das schlaucht echt ungemein. Einfach mal einen Tag verbringen in meinem Rythmus, das wünschte ich mir zum Geburtstag! Mein Mann hat mich dann schon verstanden, aber traurig war er glaub ich schon auch ein bißchen.
Meine Eltern fanden meine Geburtstagsidee super. Sie ermutigten mich mir meinen Tag zu gönnen.
Doch meine Oma, ich sag´s Euch, da durfte ich mir echt noch was anhören.
Bei einem ganz harmlosen Besuch fing sie plötzlich von meinem Geburtstag an, und das sie gehört hätte ich würde wegfahren. Und prompt kam der Vorwurf "Wie kannst Du nur so selbstsüchtig sein! Ohne Deine Kinder und die Familie feiern. Das geht doch nicht!"
Ich war echt überrumpelt, gekränkt. Bin ich selbstsüchtig, wenn ich einen Tag im Jahr mal für mich haben möchte? Nach meinen Regeln, meinen Bedürfnissen und mit meinen Herzensmenschen.
Ich war richtig enttäuscht, da ich meine Oma wirklich über alles liebe und sie mir solche Vorwürfe macht. Als sie dann auch noch meine Kinder gefragt hat wie die das finden, fand ich das echt nicht mehr lustig. Sie beklagten sich nur das es keinen Kuchen gäbe. Auf meinen Einwand das ich ja meine Geburtstagskuchen für die Gäste ja eh immer selber backen muss, meinte Sohn Nummer Drei nur "Das gehört sich ja auch so". Mein Argument, wir könnten ja dann am 8. Dezember, an seinem Geburtstag, meinen mitfeiern, ließ er absolut nicht gelten. Das wäre sein Tag!

Irgendwie haben mich diese ganzen unguten Stimmungen total aufgeregt und ich bin doch tatsächlich am Wochenende vorher krank geworden. Kopfweh, schrecklichen Reizhusten und Gliederschmerzen. Sonntagabend wollte ich schon absagen. Als die Kinder im Bett waren, bin ich in mich gegangen und hab nachgedacht. Ich wollte diesen Geburtstag, genau so und unbedingt! Das schlechte Gewissen das sich eingeschlichen hatte, habe ich verbannt! Sollte ich morgen früh wirklich noch krank sein, kaufe ich eine Apotheke leer und dope mich durch den Tag!
Als ich am Geburtstagsmorgen aufstand, fühlte ich mich richtig gut! Es konnte also losgehen. Meine Kinder kamen noch vor der Schule zu mir ans Bett (der Gatte wollte mich ausschlafen lassen) um mir zu gratulieren. Keine Spur mehr von Beleidigtsein, sie wünschten mir einen schönen Tag und übergaben mir ihre selbstgemachten Geschenke (vollwertige Naschereien und einen Adventskranz mit selbstgemachten Bienenwachskerzen).

Es war ein wundervoller Tag mit meinen Mädels. Ein Tag so ganz nach meinem Geschmack.
Und als mir abends meine Oma am Telefon gratulierte und nachfragte ob ich das jetzt wirklich durchgezogen hätte, meinte sie darauf nur "Sowas hätt ich mich auch mal trauen sollen".
Ich sag Euch, es hat mir so gut getan einfach mal nur auf mich zu hören. Ich glaube ich brauche das jetzt ab und an im Alltag, nicht nur einmal im Jahr an meinem Geburtstag. Das ist wie eine Tankstelle für neue Energie. Ich ärgere mich im Nachhinein wirklich selbst ein bißchen, das ich mich so verunsichern ließ. 
Hier noch ein paar Bilder von meinem Tag für Euch:

  
Tolle Lampen in den Zelten des Festivals
 



Hört auf Euch, tut Euch gut! Seid es Euch wert!
Eure Katrin

Dienstag, 12. Dezember 2017

12 von 12 im Dezember

Heute gibt es bei Caro wieder eine Sammelstelle für Einblicke in den 12. des Monats. Ich bin auch mal wieder dabei. Bitteschön, ich nehm Euch mit:

Ein müdes, kleines, verkuscheltes Töchterlein aus dem Bett geholt

 Die Wäsche wollte sich leider nicht über Nacht selbst aufhängen, also muss ich ran

 Aus einer neuen Weihnachtstasse meinen Morgentee getrunken, ein Geschenk von der Apotheke, ich finde sie sogar ein bißchen hübsch

 Süßes Mittagessen nach Kinderwunsch, Pfannkuchen mit Himbeermarmelade

 Meinen Arbeitsrucksack gepackt, nach einer Woche Urlaub geht es jetzt wieder los

 Das Auto von Sohn Nummer Eins zugelassen, ich kann es echt nicht fassen das ich einen Sohn habe der volljährig ist und Auto fährt, Wuah

 Ein Buch verschickt, ich bin zur Zeit aktiv bei Tauschticket, das macht richtig Spaß

 Dem Mädchen ungefähr 375mal gesagt sie möchte doch bitte ihre Schulsachen aus dem Wohnzimmer aufräumen bevor die Brüder nach Hause kommen. Hat sie natürlich nicht gemacht, jetzt liegt das Leseblatt auf dem Boden.

 Eine gemütliche Teestunde bei meiner Mama zelebriert, sieht etwas gefräßig aus, aber die drei Stückchen Stollen waren nicht alle für mich

 Etwas Körperpflege betrieben, ehrlich gesagt, im Winter bin ich da schon ziemlich nachlässig, man könnte mich auch Frau Bär nennen

 Einen Brief beantwortet

Auf dem Weg zur Arbeit kam mir dieser wunderbare Himmel entgegen, da musste ich echt anhalten und ein Foto für Euch machen

Und jetzt wandere ich in mein Bett, bin wahnsinnig müde!
Adventliche Grüße
Eure Katrin